Rundbriefe

Neuer Expertenstandard: „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“

Sehr geehrte Angehörige,
Sehr geehrte Bewohner,

„Es ist nicht wichtig warum oder worüber – wichtig ist wie wir kommunizieren“

Auf diesen gemeinsamen Nenner wollen wir den im April 2018 veröffentlichten
Expertenstandard des DNQP (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in
der Pflege) kürzen.

Expertenstandards tragen dazu bei, dass das professionelle Arbeiten unseres
Pflegeteams durch Arbeitsrichtlinien sichergestellt wird. Per
Pflegever-sicherungsgesetz bilden diese Expertenstandards die verbindliche
Grundlage zur Sicherstellung der Pflegequalität.

Zu verschiedenen pflegerelevanten Themen, wie z.B. Dekubitus- und
Sturzprophylaxe, Schmerz und Mangelernährung wurden in den vergangenen
Jahren bereits Expertenstandards veröffentlicht. Ein Gremium aus Sozial- und
Pflegewissenschaftlern, Medizinern, Psychologen und anderen Professionen
sind die Autoren dieser Veröffentlichungen.

Die Standards werden mit ihrer Veröffentlichung automatisch Gegenstand der
Versorgungsverträge zwischen Pflegekasse und Pflegeeinrichtung.

Wir in der Parkwohnanlage streben stetig nach einer hohen Pflegequalität für
unsere Bewohner. Diverse Fortbildungen, unser im letzten Jahr eingeführtes
Qualitätsmanagementsystem und unsere DIN ISO 9001 Zertifizierung sind hier
exemplarisch zu nennen. Aus diesem Grund begrüßen wir auch den neuen
Standard.

Die Forderung des neuen Standards „Beziehungsgestaltung in der Pflege von
Menschen mit Demenz“ ist eine personenzentrierte Pflege von Menschen mit
Demenz zu schaffen, die geprägt ist von Akzeptanz, Vertrauen und Respekt.

Die professionelle Pflege hat eine Wende erfahren: weg von einer
funktionalen Pflege, hin zur Lebensweltorientierung und Beziehungsgestaltung
zu den Pflegebedürftigen. Doch gerade die Beziehungsgestaltung kann eine
Herausforderung darstellen. Demenzerkrankte, die nicht wissen wer ihr
Gegenüber ist, wer sie selbst einmal waren, wer sie heute sind oder nicht
wissen wo sie sind, erfordern eine angepasste Beziehungsgestaltung.
Pflegekräfte müssen daher vor allem das Gefühl vermitteln, gehört,
verstanden und angenommen zu werden.

Anspruch muss es sein in Pflege, Betreuung und allen anderen
Versorgungsbereichen möglichst viele gelungene Interaktionen zu schaffen,
die positiv zur Beziehungsgestaltung beitragen.

Im Gegensatz zu allen bisherigen Expertenstandards ist eine nachprüfbare,
quantifizierbare Umsetzung nicht erwartbar. So nennt die Expertenkommission
keine Modelle oder Konzepte, die den Einrichtungen vorgegeben werden.
Vielmehr wird erwartet, dass die Einrichtungen aufgrund der Expertise eigene
einrichtungsspezifische Konzepte entwickeln.

Im Zuge dessen wollen wir, dass Sie als Angehörige Erkenntnisse gewinnen,
welche Aspekte für die Versorgung der Menschen mit Demenz hinsichtlich
Interaktion und Kommunikation sowie Beziehungsgestaltung und -förderung
bedeutsam sind.

Ziel unserer Informationen und Beratungen besteht darin, Sie möglichst mit
ihren Kompetenzen und Ressourcen in den Pflegeprozess einzubeziehen.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Detlef Heider                                   Peter Müller

Pflegedienstleitung                        Heimleitung

WO GEBORGENHEIT UND HERZLICHKEIT ZU HAUSE SIND.